HS04 – gestohlene Bücher werden auch gelesen

Martin und Thomas unterhalten sich heute über das Urheberrecht anlässlich eines Kommentars von Thomas im “Standard” zum Urheberrechtsdiskurs mit Kunst hat Recht.

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One thought on “HS04 – gestohlene Bücher werden auch gelesen

  1. Vielen Dank für den schönen neuen Podcast – muss einfach mal gesagt werden.Ich war schon früher ein Nacht-Taxi Hörer und wurde dadurch auch auf diesen aufmerksam.

    Ich persönlich lese seit es eBooks gibt wesentlich mehr als früher, und zahle dafür auch gern die derzeitigen Preise. Das klassische Buch hatte den Nachteil dass ich es meist nicht dabei hatte wenn ich gerade lesen wollte, doch Amazon eBooks habe ich sowohl auf meinem Kindle, der mich fast immer begleitet, als auch auf meinem SmartPhone und Tablet. Dieses ständige Verfügbarkeit mit dem Luxus der Synchronsiation der Lesezeichen bedeutete für mich einen erheblichen Mehrwehrt. Aus dem Grund kann ich es auch manchmal nicht verstehen wenn sich Menschen darüber beschweren dass eBooks noch zu teuer sein. Wenn ich weiß dass der Autor mehr als gewöhnlich erhält und ich zudem noch diesen neuen Komfort bekomme sind mir die aktuellen Preise als Konsument mehr als recht.

    Auf der anderen Seite kommen wir immer mehr in eine Kultur des Teilens. Durch das Teilen durch reale Freunde oder jene in den sozialen Netzwerken aber auch durch Berichte von Bloggern verbreitet sich inzwischen sehr viel. Auf die Bücher von Jeff Jarvis wurde ich beispielsweise aufmerksam weil ich seine Journalistische Arbeit aber auch seine Gedanken sehr schätze die er bei Google+ und einigen Twit Sendungen teilt. Ebenso liebe ich Musik, aber jene Richtung kann bei mir sehr schnell schwanken weshalb ich immer mehr zum Radio oder Internet Streams tendierte und früher vielleicht 2-4 Alben im Jahr kaufte – seit es Spotify gibt schätze ich jedoch dieses Verfügbarkeit des gesamten Materials und zahle dafür gern 10€ im Monat – mehr als je zuvor. Es ermöglicht mir schnell in Titel zu hören weil ich irgendwo davon las, etwas das zuvor legal nur schwer möglich war. Ebenso bei SmartPhone Apps. Kostenpflichtige verkaufen sich sehr schwer weil zwischen dem Nutzer und der App direkt dieses “paywall” hängt. Wenn ich jemanden eine kostenpflichtige App empfehle installiert er sie sich nicht so schnell wie eine kostenpflichtige die sich dann über Werbung oder in-App Käufe für zusätzliche Funktionen finanziert. Letztere sind auf Grund dessen wesentlich leichter zu monetarisieren weil sie zwei Fliegen mit einer Klappe schalgen. Sie können kostenfrei installiert werden was die Verbreitung enorm steigert, aber sie verdienen dennoch an jenen denen sie gefällt.

    Ich glaube eine möglichst einfache Verbreitung ist in der Zukunft der Schlüssel zum Erfolg. Nun ist dies bei Büchern leider nicht so leicht weil deren Konsum mehr Zeit benötigt als ein Musiktitel oder eine App. Die Leseproben bei Amazon oder auch im Play Store sind schon ein guter Anfang. Vielleicht wäre ein Spotify oder Audible ähnlicher Dienst für Bücher denkbar? Da die Bücher welcher der durchschnittliche Mensch im Monat lesen kann eher begrenzt sind könnte man ja etwas wie eine 10€ Flatrate für Bücher schaffen. Allerdings müssten die dann auch dieses Abo zum lesen erfordern oder die Zahl der maximalen Downloads pro Monat begrenzen da sonst einige nur einen Monat bezahlen und alles mögliche herunterladen würden. Da Bücher “normalerweise” kein Massenmedium wie Songs oder Apps sind welche sich in einer Millionenauflage verkaufen könnte dies evtl die Erlöse gar steigern weil der durchschnittlich gezahlte Betrag pro Nutzer steigen würde.

    Zu den erotischen eBooks. Ich selbst sehe im Bekanntenkreis auch deutlich dass diese sehr gerne sowohl von Frauen als auch Männern gekauft werden. Dies hat auch ein sehr einfaches Argument – keiner sieht es. Viele hätten sich früher nicht mit einem erotischen Titel in die Bahn gesetzt, aber was der heutige Nutzer auf seinem Kindle oder SmartPhone ließt geschieht weitestgehend anonym.

    Ich bin gespannt wie sich dies in Zukunft entwickeln wird. Auch ich sehe eine Kulturflatrate oder das gute alte Thema “Grundgehalt” als zwei wichtige Faktoren unserer Zukunft an. Allerdings ging mir bei der genannten Vorstellung eines Flattr ähnlichen Buttons auch sofort wieder der Missbrauch durch den Kopf. Wenn es etwas wie eine zwanghafte Kulturflatrate gäbe die durch bewusste Klicks verteilt wird würden sich diese auch schnell wieder viele in die eigene oder jene der Freunde stecken wenn dies möglich wäre.

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